Mittwoch, 27. Januar 2016

Ich habe es gesagt!


Im Rahmen der Blogparade von  hole ich das Nupsigedöns endlich wieder aus der schon viel zu lang anhaltenden Sommerpause. (Haben Sie bockige i-Männchen zu Hause? Nein? Dann wissen Sie auch nicht, wieso ich schon seit Monaten im Blognirwana verschollen bin!)


Ich habe es gesagt!

„Verstecken Sie da einen Kürbis unter dem Shirt, und wenn ja – welche Sorte?“

Um solchen Fragen zu entgehen, muss man - im Angesicht der Ankunft eines neuen Erdenbürgers - auch irgendwann die Menschen um einen herum darüber aufklären, dass man tatsächlich schwanger ist und keine Lebensmittel unter der Kleidung versteckt. („Ich habe eine Wassermelone getragen“ könnte da ganz neu interpretiert werden).

Drei Schwangerschaften erforderten also auch meinerseits drei Mal DEN einen Moment, in dem man dem Papa in Spe, zukünftigen Großeltern, Tanten und Freunden von dem freudigen Ereignis berichtet. Das ist mir mal mehr mal weniger gut gelungen.

Das Großkind

Ein positiver Schwangerschaftstest! Digital – in Worten – SCHWANGER! Total geflasht halte ich dieses Wunderwerk der Medizin (oder vermutlich eher der Chemie … oder gehört das unabdingbar zusammen … ach egal) vor mir und ignoriere, dass ein nicht unerheblicher Teil davon zuvor in meinen Urin getaucht worden ist. (Nebenbei bemerkt, so ganz unter uns: finden Sie mal passende Pipiauffanggefäße, das ist das allerschwierigste an der Durchführung eines Schwangerschaftstests).

Es ist irgendwas um halb sechs Uhr morgens, länger habe ich es nicht ausgehalten, um aufzustehen und zu testen. Der Mann schlummert noch, es ist Wochenende, er wird bestimmt vor zehn oder elf Uhr nicht aufstehen (ja, damals ging das noch, da hätte ich mich selbst ausgelacht, wenn ich um acht Uhr behauptet hätte, endlich mal wieder richtig ausgeschlafen zu haben.) Ich schnappe mir einen Eyeliner und schreibe „Guten Morgen Papa“ auf den Badezimmerspiegel. Auf den Waschbeckenrand lege ich den positiven Schwangerschaftstest. Dann krieche ich wieder ins Bett und warte, dass der Mann endlich aufsteht. Und warte. Und warte. Und warte! (Hätten wir da schon Kinder gehabt, hätte sich das Warten natürlich erübrigt. Man unterschätzt einfach, wie praktisch so kleine Frühaufsteher sind.) Als er endlich im Bad verschwindet, tigere ich voller Vorfreude auf seine Reaktion vor der Badezimmertür auf und ab. Eine gefühlte Ewigkeit später kommt er heraus … und macht sich einen Kaffee!?! Hallo? Tja! Memo an mich (und alle Frauen der Menschheit): Männer gucken morgens nicht automatisch in den Spiegel. Und sie wundern sich auch nicht über Schwangerschaftstests auf dem Waschbeckenrand, vermutlich weil sie diese im Zweifelsfall für ein neues Schminkutensil der Frau halten, extrabreite Eyeliner für den ultimativen Zombie- … äh Vamp-Augenaufschlag oder ultraflache XL-Lippenstifte für die Schlauchlippen von morgen.

Nächster Versuch der großen Schwangerschaftsüberraschung: meine Eltern! Die wissen tatsächlich nicht, dass wir überhaupt planen, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Daher kommentiert mein Vater den digitalen Schwangerschaftstest, den ich ihm als Geschenk überreiche, auch reichlich verdutzt mit den Worten: „Was ist das? Ein Textmarker?“ Weitere zehn Sekunden dauert es, bis er noch irritierter fragt: „Wieso steht da schwanger drauf? Wer ist schwanger?“ Der Mann guckt ihn an und erwidert ganz trocken: „Ich.“ Und während mein Vater immer noch grübelt, hat meine Mutter es endlich verstanden. Herrlich!

Das Mittelkind

Schwanger! Der Mann ist dieses Mal beim Testen dabei, es bedarf also keiner extra Überraschung für ihn (die er vermutlich sowieso nur durch männliche Ignoranz ruiniert hätte).
Wir beschließen diesmal, die Schwangerschaft die ersten zwölf Wochen geheim zu halten. Das hätte auch klappen können - bei normalen Menschen - aber natürlich nicht bei uns.

„Na, konntest du es doch nicht für dich behalten?“

Diesen Satz wirft der Mann fröhlich in ein Gespräch ein, das ich auf einer Geburtstagsparty mit seiner Schwester und deren Freundin führe, als er von der Biertheke zurück kommt. Die Doppeltante in Spe bekommt große Augen, und der Mann begreift dann auch, dass wir uns zwar über Babynamen unterhalten haben (ganz unverbindlich, es war nicht MEINE Idee, sondern purer Zufall, dass das Thema angeschnitten wurde), aber ich mitnichten erzählt habe, dass ich wieder schwanger bin.

Das Winzkind

Heiligabend. Wir sitzen unterm Weihnachtsbaum. Ich überreiche als allerletztes Geschenk einen Umschlag mit den Worten „Bilder von den Enkelkindern“. Meine Mutter betrachtet die Photos, und als sie bei Bild Nummer 3 (mit einem Ultraschallbild und dem Test) angelangt ist, versinkt sie spontan Gesicht voran auf dem Teppich. Ihr Rücken bebt. Das kann jetzt entweder bedeuten, sie lacht oder schlimmer: Sie heult! Und zwar keine Freudentränen! Meine Mutter war nämlich stets diejenige, die an meinem Verstand zweifelte, wenn ich erwähnte, dass ich mir auch gut ein drittes Kind vorstellen könnte. Ich schlucke und harre der Dinge. Ob ich ihr mal auf den Rücken tippen soll? Aber da hebt sie auch schon den Kopf – und lacht! Dann murmelt sie so etwas wie „Ihr seid ja verrückt“ und freut sich dann doch!

Mit dem Geheimhalten hat es ansonsten natürlich erneut nicht geklappt. Und wer ist WIEDER mal schuld? Der Mann!

„Guck mal, so einen könnten wir jetzt gebrauchen!“, sagt er, als wir im Auto sitzen und zeigt auf einen Bus bei einem Autohändler, an dem wir gerade vorbei fahren.
Dummerweise sitzt seine Schwester mit im Auto, und die Dreifach-Tante in Spe ist wieder mal nicht auf den Kopf gefallen. „Bist du etwa wieder schwanger?“
Mein „Neeeeeeeeeeein“ nimmt sie mir dann nicht wirklich ab, aber wir tun trotzdem noch ein paar Wochen so, als hätte es das Gespräch niemals gegeben!






Ob romantisch, witzig oder unfreiwillig. Der Moment, eine Schwangerschaft zu verkünden, ist fast immer genauso aufregend und schön wie der Moment des positiven Tests selbst. Ich werde mich auf jeden Fall immer gern daran zurück erinnern (und vielleicht irgendwann mal eine Wassermelone unter mein Shirt schieben, um meine Mutter zu erschrecken!)  


weitere Beiträge zur Blogparade findet man hier:

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