Samstag, 24. Januar 2015

Warum ich morgens schlechte Laune habe!



21.10 Uhr: Ich hänge wie ein nasser Sack auf dem Sofa herum, als das Babyphone ein hungriges Winzkind im Schlafzimmer meldet. Das kommt mir sehr gelegen, da ich sowieso bereits seit einer Stunde darüber sinniere, wie schön es doch jetzt wäre, im Bett zu liegen. Den Weg dorthin habe ich nur noch nicht gefunden, da es allen gesellschaftlichen Konventionen widerspräche, so früh schlafen zu gehen. Ich murmele dem Mann entgegen, dass ich gleich wieder runterkomme und sprinte ins Schlafzimmer.

21.20 Uhr: Als ich dort ankomme, hat das Winzkind sich umentschieden und ist wieder eingeschlafen. Der Anblick meines Federbettes ist allerdings so betörend, dass ich trotz des Versprechens, den Tatort noch zu Ende zu gucken, eine Katzenwäsche später selig in meinem Bett liege. Oh du süßes Kleinod des Schlafes!

21.44 Uhr: Jetzt hat das Winzkind doch Hunger und reißt mich abrupt aus einem wunderschönen Traum (er handelte davon, wie ich allein mit einem guten Buch für eine halbe Stunde in der Badewanne verschwinde, ohne dass jemand das Badezimmer stürmt ... ja, so etwas träumen Mütter!)

22.10 Uhr: Das Kind ist lange abgefüttert, nur ich liege wach. Das Powernapping hat dazu geführt, dass ich nicht wieder einschlafen kann.

22.57 Uhr: Muss wohl doch irgendwann eingeschlafen sein, leider hat sich nun der Mann bequemt, ebenfalls ins Bett zu kommen. Das kann er allerdings grundsätzlich nur in Verbindung mit lautem Gepolter, sodass ich nun wieder wach bin. Das Winzkind ebenfalls. Er lächelt mich aus dem Halbdunkel an und möchte jetzt bespaßt werden.

23.30 Uhr: Winzkind schläft, Mann schläft, Mann schnarcht! Ich liege wach. Vorsichtig rüttele ich an seiner Schulter, er dreht sich grunzend um. Ich versuche, die Schnarchpause zu nutzen, um wieder einzuschlafen.

23.38 Uhr: Die Kinderärztin hatte bei der U4 etwas von vierstündigen Stillpausen gefaselt. Das Winzkind findet zwei Stunden völlig ausreichend.

0.11 Uhr: Das Mittelkind steht vor meinem Bett mit den Worten, er habe Durst. Ich tapere mit ihm ins Badezimmer, um festzustellen, dass ich den Plastikbecher für nächtliche Durstattacken am Abend in die Spülmaschine gestellt hatte. Also öffne ich das quietschende Türgitter und laufe die Treppe herunter. Bevor ich einen neuen Becher holen kann, bohre ich mir noch einen Lego Darth Vader in die Fußsohle. Humpelnd und leise fluchend begebe mich zurück in den ersten Stock, versorge das Mittelkind mit Wasser und erlaube ihm anschließend, bei mir ins Bett zu krabbeln, da ich nicht den Nerv habe, mich so lange zu ihm zu legen, bis er wieder eingeschlafen ist. Der Mann schnarcht. Ich rüttele abermals sanft an seiner Schulter und falle anschließend in komatösen Tiefschlaf.

01.38 Uhr: Der Tiefschlaf war nicht komatös genug. Das Muttertiergen nimmt überhand, denn ich werde von dem grunzenden Winzkind neben mir wach. Noch mit ausgepackter Brust schlafe ich wieder ein.

02.17 Uhr: Das Mittelkind wühlt im Schlaf zwischen den Betten herum und tritt mich. Ich schiebe ihn zu seinem Vater herüber (der gerade mal nicht schnarcht) und schlafe weiter.

03.01 Uhr: Das Großkind reißt die Schlafzimmertür auf und versichert mir lautstark, dass er einen Einbrecher gehört habe und auf gar keinen Fall allein in seinem Bett schlafen könne. Aufgrund des mangelnden Platzangebotes, versuche ich, ihn davon zu überzeugen, dennoch in sein Zimmer zurück zu kehren. Das findet er unfair, seine Brüder dürfen schließlich auch bei uns schlafen. Das Mittelkind wird von den Diskussionen wach und ich bugsiere beide zurück ins Kinderzimmer, wo ich mich solange zu ihnen ins Bett lege, bis sie eingeschlafen sind. Dann schleiche ich zurück ins Schlafzimmer. Der Mann schnarcht. Ich verpasse ihm einen kräftigen Fußtritt.

03.40 Uhr: Das Winzkind verlangt nach einer weiteren Mahlzeit und ist danach so aufgewühlt, dass er solange in seinem Beistellbett herum zappelt, bis ich ihn mit zu mir nehme.

04.48 Uhr: Das Mittelkind weckt mich, weil er Pipi muss. Ich wälze mich erneut aus dem Bett und schlurfe mit ihm ins Badezimmer. Das Großkind wird ebenfalls wach und beide wollen nicht zurück in ihr Bett. Ich kapituliere. Zusammen legen wir uns in mein Bett. Die beiden schlafen ein, sobald ihre Köpfe die Matratze berühren. Ich liege wie eine Sardine in der Büchse irgendwo dazwischen und starre Löcher in die Luft.

05.47 Uhr: Das Winzkind tut so, als habe es seit zwölf Stunden keine Nahrung erhalten und weckt mich mit empörtem Geknötter.

06.17 Uhr: Die Jungs krabbeln aus dem Bett, nicht ohne mir vorher ausführlich zu erklären, dass sie jetzt unten spielen gehen.

06.30 Uhr: Der Radiowecker des Mannes spielt irgendein fröhliches Popgedudel. Mir wäre mehr nach Rammstein. Der Mann verschwindet im Bad mit den Worten, wie toll es sei, dass alle durchgeschlafen hätten. Ich hyperventiliere.

7.35 Uhr: Die Familie ist aus dem Haus. Das Winzkind strahlt mich an, weil es ausgeschlafen hat. Meine Laune ist bombig und ich nehme mir fest vor, Posaunenunterricht zu nehmen und am Wochenende morgens um sieben Uhr zu üben, sobald die Jungs im Teenageralter sind!


Kommentare:

  1. Ja das leidige Thema Schlaf mit kleinen Kindern :D Beim letzten Punkt hab ich mich fast kringelig gelacht :D Das mit dem Posaunenunterricht ist keine schlechte Idee :D

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  2. Wahlweise kannst du dir auch einen Presslufthammer leihen und anfangen, die Straße vor dem Haus aufzustemmen! *g*

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  3. Oh Mann... 3 Kinder! :D Und ich dachte schon meine Nächte mit einem nächtlichen Milchvampir (6x die Nacht) sind schlimm... Respekt!

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  4. Man gewöhnt sich ja irgendwie an alles! ;)

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